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Eigentümer in Pankow: Berlins höchster Altbauanteil, 14 Milieuschutzgebiete, wer genehmigt

Quellen und Rechtsstand geprüft am 27. September 2026von Redaktion des Eigentümer-Ratgebers

Kurz gesagt

Pankow hat mit 224.214 Wohnungen den größten Wohnungsbestand Berlins; 21,7 % liegen in Häusern von Eigentümergemeinschaften, 54,6 % in Gebäuden von vor 1950 (Zensus 2022). Es gelten 14 soziale Erhaltungsgebiete, zehn davon in Prenzlauer Berg, dazu das Sanierungsgebiet Langhansstraße in Weißensee. Umbau im Milieuschutzgebiet und die Aufteilung in Eigentumswohnungen genehmigt der Fachbereich Stadterneuerung, Storkower Straße 97; Genehmigungen im Sanierungsgebiet laut Senat der Fachbereich Stadtplanung im selben Haus.

Nächster Schritt: Vorlage: Verwaltung lädt nicht ein? Einberufung der Eigentümerversammlung verlangen

Kein Berliner Bezirk hat mehr Wohnungen als Pankow, und nirgends ist der Anteil der Häuser von vor 1950 so hoch. Besitzen Sie hier eine Eigentumswohnung oder ein Mietshaus, gelten für viele Adressen besondere Genehmigungspflichten: 14 Milieuschutzgebiete, zehn davon in Prenzlauer Berg, und das Sanierungsgebiet Langhansstraße in Weißensee, in dem schon Verkauf und Grundschuld eine Genehmigung brauchen. Gleichzeitig ist der Bezirk zweigeteilt: Im Norden prägen Einfamilienhäuser und Bauten der Jahre 1990 bis 2009 das Bild. Diese Seite zeigt die Zahlen des Bezirks, die Gebiete mit Namen, die zuständigen Ämter mit Adresse und was Sie tun, wenn Ihre Verwaltung nicht funktioniert. Die Regeln für ganz Berlin fasst der Leitfaden für Immobilieneigentümer in Berlin zusammen.

Pankow in Zahlen: die meisten Wohnungen, der höchste Altbauanteil

Pankow hat 224.214 Wohnungen, mehr als jeder andere Bezirk (zweiter ist Mitte mit 211.686). 54,6 % davon liegen in Gebäuden, die vor 1950 gebaut wurden, der höchste Anteil aller zwölf Bezirke. 48.578 Wohnungen gehören zu Häusern einer Gemeinschaft von Wohnungseigentümern, das sind 21,7 %. Beim Anteil liegt Pankow damit auf Rang vier, bei der Zahl nach Charlottenburg-Wilmersdorf auf Rang zwei.

Wohnungen (Zensus 2022) Pankow Berlin
Wohnungen insgesamt 224.214 2.018.831
in WEG-Häusern 21,7 % 18,4 %
in Gebäuden mit Baujahr vor 1950 54,6 % 39,7 %
in Gebäuden mit Baujahr 1990 bis 2009 16,5 % 9,2 %
in Häusern mit 7 bis 12 Wohnungen 40,7 % 32,6 %
zu Wohnzwecken vermietet 82,0 % 82,4 %
vom Eigentümer selbst bewohnt 15,9 % 15,4 %
leer stehend 1,9 % 2,0 %
mit Etagenheizung 16,7 % 12,0 %

Stichtag ist der 15.05.2022. Der Zensus weist den Bezirk nicht als eigene Zeile aus; die Werte sind eine eigene Summe der 16 Bezirksregionen aus den Tabellen 4.1, 4.2, 4.5, 4.6, 4.7 und 4.9 des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg. Von den 4.298 leeren Wohnungen standen 1.474 seit mindestens zwölf Monaten leer, 1.122 wegen laufender oder geplanter Baumaßnahmen (Tabellen 4.14 und 4.15). Typisch für Pankow sind mittelgroße Häuser: 40,7 % der Wohnungen liegen in Gebäuden mit 7 bis 12 Wohnungen, deutlich mehr als im Berliner Schnitt.

Prenzlauer Berg und der Norden: zwei Bezirke in einem

Ein Durchschnitt für ganz Pankow verdeckt, wie unterschiedlich der Bezirk ist. In den sechs Bezirksregionen von Prenzlauer Berg liegen 95.429 Wohnungen; 71,6 % davon in Gebäuden von vor 1950 und 28,0 % in Häusern von Eigentümergemeinschaften. Im Norden sieht es anders aus.

Bezirksregion prägender Bestand
Helmholtzplatz 88,3 % Baujahr vor 1950, 31,6 % in WEG-Häusern
Prenzlauer Berg Nordwest 85,9 % Baujahr vor 1950
Prenzlauer Berg Südwest 35,6 % in WEG-Häusern, höchster Wert im Bezirk
Prenzlauer Berg Süd 30,8 % in WEG-Häusern
Karow 73,3 % Baujahr 1990 bis 2009, 2,3 % in WEG-Häusern
Buchholz 64,8 % Baujahr 1990 bis 2009
Buch 62,8 % Baujahr 1970 bis 1989
Blankenburg / Heinersdorf / Märchenland 5,5 % in WEG-Häusern

Eigene Rechnung aus den Tabellen 4.2 und 4.6 des Zensus 2022 je Bezirksregion, Stichtag 15.05.2022. Für Sie als Eigentümer heißt das: In Prenzlauer Berg geht es meist um Altbau-Eigentümergemeinschaften, Milieuschutz und Modernisierung. In Karow, Buchholz oder Blankenburg besitzen Sie eher ein Einfamilienhaus oder eine Wohnung in einer jüngeren, kleineren Anlage, für die viele der Genehmigungspflichten dieser Seite nicht gelten. Prüfen Sie deshalb immer Ihre Adresse, nicht den Bezirk.

Mieten im Zensus je Bezirksregion

Der Zensus nennt die durchschnittliche Nettokaltmiete nur je Bezirksregion (Tabelle 4.16, Stichtag 15.05.2022, Berlin 7,67 €/m²), einen Wert für den ganzen Bezirk gibt es nicht. Die Zahlen zeigen Bestandsmieten aller Verträge im Jahr 2022; für eine Mieterhöhung gilt der Mietspiegel, nicht diese Tabelle.

Bezirksregion Nettokaltmiete
Prenzlauer Berg Nordwest 9,46 €/m²
Prenzlauer Berg Südwest 9,30 €/m²
Helmholtzplatz 8,89 €/m²
Blankenfelde / Niederschönhausen 8,64 €/m²
Prenzlauer Berg Süd 8,63 €/m²
Buchholz 8,13 €/m²
Karow 8,11 €/m²
Schönholz / Wilhelmsruh / Rosenthal 8,03 €/m²
Prenzlauer Berg Nord 7,96 €/m²
Blankenburg / Heinersdorf / Märchenland 7,95 €/m²
Weißensee 7,76 €/m²
Pankow Zentrum 7,66 €/m²
Pankow Süd 7,35 €/m²
Weißensee Ost 7,05 €/m²
Prenzlauer Berg Ost 6,99 €/m²
Buch 6,35 €/m²

Wem die Wohnungen gehören: Privatleute und Eigentümergemeinschaften

In Pankow gehört gut jede vierte Wohnung einer Privatperson, etwas mehr als im Berliner Schnitt. Dazu kommen die Wohnungen in Häusern von Eigentümergemeinschaften; zusammen gehört damit fast die Hälfte der Wohnungen Privatleuten oder Eigentümergemeinschaften.

Eigentümer des Gebäudes Anteil der Wohnungen
Privatpersonen 26,5 %
Gemeinschaften von Wohnungseigentümern 21,7 %
Kommune, kommunale Wohnungsunternehmen 18,0 %
privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen 16,3 %
Wohnungsgenossenschaften 10,4 %
andere privatwirtschaftliche Unternehmen 5,3 %
Bund oder Land 1,3 %
Organisationen ohne Erwerbszweck 0,6 %

Quelle: Zensus 2022, Tabelle 4.6, eigene Summe der Bezirksregionen, Stichtag 15.05.2022; in Berlin gehören 25,7 % der Wohnungen Privatpersonen und 18,4 % zu WEG-Häusern. Kommunale Unternehmen (Berlin 18,9 %) und Genossenschaften (Berlin 10,2 %) liegen nahe am Berliner Schnitt, privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen darunter (Berlin 19,3 %).

Bei den Gebäuden ist das Bild noch deutlicher: Von 39.344 Gebäuden mit Wohnraum gehören 24.377 Privatpersonen (62,0 %) und 4.301 einer Eigentümergemeinschaft (10,9 %, Tabelle 5.6). Die vielen privaten Gebäude sind vor allem die kleinen Häuser im Norden des Bezirks: 9,0 % der Wohnungen liegen in Einfamilienhäusern, 1,4 % in Zweifamilienhäusern (Tabelle 4.5).

Milieuschutz: die 14 sozialen Erhaltungsgebiete in Pankow

„Pankow hat 14 soziale Erhaltungsgebiete“, schreibt das Bezirksamt (Stand Januar 2026). Dort will der Bezirk die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung erhalten; Rückbau, Änderung und Nutzungsänderung von Gebäuden brauchen eine Genehmigung (§ 172 Abs. 1 BauGB). Was das allgemein bedeutet, erklärt die Seite zum Milieuschutz in Berlin.

In Prenzlauer Berg liegen zehn der 14 Gebiete:

Gebiet Verordnung
Falkplatz 1997
Arnimplatz 1999
Humannplatz 2000, geändert 2017
Ostseestraße / Grellstraße 2003
Teutoburger Platz 2014
Winsstraße 2014
Kollwitzplatz 2014
Helmholtzplatz 2014
Bötzowstraße 2014, geändert 2017
Danziger Straße Ost 2021

Die übrigen vier liegen in Pankow und Weißensee:

Gebiet und Lage Verordnung
Pankow Zentrum, mit dem früheren Sanierungsgebiet Wollankstraße 2000, erweitert 2013
Pankow-Süd, Ortsteil Pankow 2017
Langhansstraße, Ortsteile Weißensee und Pankow 2017
Komponistenviertel, Ortsteil Weißensee 2017

Jahr der Verordnung laut Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin. Die vier Verordnungen von 2014 für Teutoburger Platz, Winsstraße, Kollwitzplatz und Helmholtzplatz ersetzen ältere Teilgebiete von 1997. Pankow Zentrum wurde 2013 um das frühere Sanierungsgebiet Wollankstraße erweitert. Ein Gutachten von 2024 empfahl, sieben der 14 Gebiete fortzuführen.

Ob Ihr Haus dazugehört, zeigt die Straßenliste der Senatsverwaltung mit Hausnummern oder die Karte auf der Gebietsseite des Bezirksamts. Bei Hauptstraßen wie Schönhauser Allee, Prenzlauer Allee, Danziger Straße oder Greifswalder Straße gehören nur einzelne Hausnummern dazu, teils zu verschiedenen Gebieten. Eine Straßenliste ohne Hausnummern führt deshalb in die Irre.

Umbauen und modernisieren im Milieuschutzgebiet

Laut Bezirksamt sind im sozialen Erhaltungsgebiet „bauliche Maßnahmen oder Nutzungsänderungen und die Begründung von Wohnungs- oder Teileigentum“ antragspflichtig; es „besteht ein Genehmigungsvorbehalt u. a. für alle nicht baugenehmigungspflichtigen Maßnahmen auf dem Grundstück“. Erfasst sind auch selbst genutzte und leer stehende Wohnungen. Instandhaltung, Instandsetzung und ein Balkonkraftwerk brauchen keine Genehmigung.

Maßstab sind die Genehmigungskriterien der Senatsverwaltung vom 07.04.2026, auf die der Bezirk verweist; ein Heizungstausch ist danach seit 01.07.2026 unter Bedingungen grundsätzlich genehmigungsfähig. Einzelheiten auf der Milieuschutz-Seite. So gehen Sie vor:

  1. Adresse prüfen: Straßenliste oder Karte, immer mit Hausnummer.
  2. Vorab klären: beim Fachbereich Stadterneuerung, Sprechzeit dienstags 9 bis 12 Uhr und donnerstags 15 bis 18 Uhr.
  3. Antrag stellen: mit dem Antragsformular Soziales Erhaltungsrecht und der passenden Anlage des Bezirks: Wohnung, Gebäude, Wohnungsbogen, energetische Sanierung, Abfrage zur Umlageberechnung bei Förderung, Photovoltaik oder Aufzugskosten.
  4. Bauantrag: Brauchen Sie zusätzlich eine Baugenehmigung, stellen Sie den Antrag bei der Bau- und Wohnungsaufsicht.
  5. Mieter und Miteigentümer einbinden: rechtzeitig informieren und die Maßnahme in der Eigentümergemeinschaft abstimmen.

Sanierungsgebiet Langhansstraße: was Eigentümer in Weißensee zusätzlich beachten

Das Sanierungsgebiet Langhansstraße ist eine Besonderheit des Bezirks. Es liegt laut Bezirksamt „in der südwestlichen Ecke des Ortsteils Weissensee, zwischen der Prenzlauer Promenade, Pistoriusstraße und der Berliner Allee“. Laut Senatsverwaltung umfasst es rund 90 ha mit 33 Blöcken, ist seit dem 25.12.2021 förmlich festgelegt, läuft im umfassenden Verfahren und ist auf 15 Jahre angelegt. Es liegt „weitestgehend deckungsgleich“ im Milieuschutzgebiet Langhansstraße, Teile zusätzlich in den städtebaulichen Erhaltungsgebieten Weißenseer Spitze und Weißensee Süd.

Für viele Häuser gelten also mehrere Genehmigungspflichten nebeneinander.

Was gilt Grundlage
Genehmigung für Bauvorhaben § 144 Abs. 1 Nr. 1 BauGB
Genehmigung für Miet- und Pachtverträge über mehr als ein Jahr § 144 Abs. 1 Nr. 2 BauGB
Genehmigung für Verkauf, Belastung (etwa Grundschuld) und Teilung § 144 Abs. 2 BauGB
Ausgleichsbetrag nach Abschluss der Sanierung § 154 BauGB
erhöhte Absetzung bei Modernisierung § 7h EStG

Zuständig für die sanierungsrechtlichen Genehmigungen ist laut Senatsverwaltung der Fachbereich Stadtplanung des Stadtentwicklungsamts, Storkower Straße 97. Nach § 7h EStG können Sie für Modernisierung und Instandsetzung im Jahr der Herstellung und in den folgenden sieben Jahren bis zu 9 %, danach vier Jahre bis zu 7 % der Herstellungskosten absetzen; nötig ist eine Bescheinigung der Gemeinde. Wie die Abschreibung einer Immobilie funktioniert, erklärt eine eigene Seite; den Einzelfall klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Ausgleichsbetrag: auch in früheren Sanierungsgebieten

Nach Abschluss einer Sanierung zahlen Eigentümer einen Ausgleichsbetrag. Er entspricht der „durch die Sanierung bedingten Erhöhung des Bodenwerts“ des Grundstücks (§ 154 Abs. 1 BauGB). Bei Wohnungseigentum „sind die einzelnen Wohnungs- und Teileigentümer nur entsprechend ihrem Miteigentumsanteil heranzuziehen“; Sie haften also nicht für das ganze Haus.

Das betrifft in Pankow nicht nur die Langhansstraße. Laut Bezirksamt schöpfen Ausgleichsbeträge die Bodenwertsteigerung „in den (ehemaligen) Sanierungsgebieten“ ab. Prenzlauer Berg hatte mehrere Sanierungsgebiete: Das heutige Fördergebiet Ernst-Thälmann-Park/Grüne Stadt „umfasst die ehemaligen fünf Sanierungsgebiete“, und das Milieuschutzgebiet Pankow Zentrum schließt das frühere Sanierungsgebiet Wollankstraße ein. Fördergebiete selbst sind keine Sanierungsgebiete und begründen keine Pflichten.

Kaufen oder verkaufen Sie ein Haus oder eine Wohnung in Prenzlauer Berg oder rund um die Wollankstraße, fragen Sie vor dem Vertrag nach, ob ein Ausgleichsbetrag schon abgerechnet ist. Die Auskunft gibt die Ausgleichsbetragserhebung im Fachbereich Stadterneuerung. Beträge oder Daten für einzelne frühere Gebiete veröffentlicht der Bezirk auf seiner Seite nicht.

Aufteilen in Eigentumswohnungen: § 250 BauGB und Milieuschutz

In Pankow genehmigt nicht die Stadtplanung, sondern der Fachbereich Stadterneuerung die Aufteilung; er ist laut Bezirksamt „auch für die Umwandlungsverordnung nach § 250 BauGB zuständig“. In ganz Berlin gilt die Verordnung vom 11.11.2025, vom 01.01.2026 bis 31.12.2030. Genehmigungspflichtig sind Wohngebäude mit mehr als fünf Wohnungen, die schon am 06.08.2021 bestanden, als die erste Berliner Verordnung in Kraft trat. Im Milieuschutzgebiet kommt die Umwandlungsverordnung nach § 172 Abs. 1 Satz 4 BauGB hinzu (gültig bis 12.03.2030), mit eigenem Antragsformular des Bezirks.

Haus außerhalb Milieuschutz im Milieuschutz
bis 5 Wohnungen keine Genehmigung nach § 250 Genehmigung nach § 172 BauGB
mehr als 5 Wohnungen Genehmigung nach § 250 Genehmigung nach § 250, das vorgeht

Im Sanierungsgebiet Langhansstraße brauchen Teilung und Verkauf zusätzlich eine Genehmigung nach § 144 BauGB. Nach § 250 Abs. 3 BauGB ist die Genehmigung unter anderem zu erteilen, wenn Wohnungen an Miterben, zur eigenen Nutzung an Familienangehörige oder an mindestens zwei Drittel der Mieter gehen sollen. Wer trotz vorläufiger Untersagung teilt, riskiert, dass die Teilung gegenüber dem Land unwirksam ist und gelöscht werden kann (BGH, Urteil vom 20.12.2024, V ZR 277/23). Nach Umwandlung und Verkauf gilt in Berlin eine Kündigungssperre von zehn Jahren (§ 577a BGB). Einzelheiten: Umwandlung in Eigentumswohnungen in Berlin.

Grundstück verkaufen: Vorkaufsrecht und Negativzeugnis

Verkaufen Sie ein ganzes Grundstück in Pankow, prüft die Arbeitsgruppe „Negativzeugnisse, Vorkaufsrecht“ im Fachbereich Stadterneuerung, ob das Bezirksamt ein gesetzliches Vorkaufsrecht ausübt. Der Grund laut Bezirk: „Der Käufer eines Grundstückes hat gegenüber dem Grundbuchamt unter anderem nachzuweisen, dass für das Grundstück ein gemeindliches Vorkaufsrecht nicht existiert oder nicht ausgeübt wird.“ Den Nachweis liefert das Negativzeugnis des Bezirksamts.

Die Seite des Bezirks erwähnt eine wichtige Grenze nicht: Im Milieuschutzgebiet ist das Vorkaufsrecht ausgeschlossen, wenn das Grundstück den Zielen der Erhaltungsverordnung entsprechend bebaut ist und genutzt wird. Befürchtete künftige Entwicklungen wie eine Verdrängung von Mietern zählen dabei nicht (BVerwG, Urteil vom 09.11.2021, 4 C 1.20). Eine Änderung dieser Regel ist geplant, aber nicht in Kraft (Stand 27.09.2026).

Liegt das Grundstück im Sanierungsgebiet Langhansstraße, braucht schon der Kaufvertrag zusätzlich eine Genehmigung nach § 144 Abs. 2 BauGB. Planen Sie für den Verkauf eines Mietshauses deshalb Vorlauf ein und sprechen Sie den Notar früh auf beide Punkte an. Gebühr und Bearbeitungsdauer des Negativzeugnisses erfragen Sie beim Fachbereich Stadterneuerung.

Ferienwohnung, Leerstand, Abriss: Zweckentfremdung in Pankow

Wollen Sie Ihre Wohnung als Ferienwohnung vermieten, gewerblich nutzen, länger leer stehen lassen oder abreißen, brauchen Sie vorher eine Genehmigung nach dem Berliner Zweckentfremdungsverbot, das seit dem 01.05.2014 gilt. Die Genehmigung erteilt das Bezirksamt Pankow. Verstöße können laut Bezirksamt mit einer Geldbuße „bis zu 500.000 Euro“ geahndet werden. Seit dem 17.06.2026 gilt das geänderte Gesetz; neue Registriernummern werden derzeit nicht vergeben.

Die Zuständigkeit beschreibt der Bezirk nicht ganz einheitlich: Die Seite steht beim Wohnungsamt, Hinweise gehen laut Text an den Fachbereich Stadterneuerung. Sicher erreichen Sie die Stelle so:

  • E-Mail: [email protected], für Fragen und Hinweise auf Ferienwohnungen, Leerstand oder zweckwidrige Nutzung
  • Onlineformular: für Hinweise auf der Seite des Bezirksamts
  • Post: Bezirksamt Pankow von Berlin, Abt. Stadtentwicklung und Bürgerdienste, Stadtentwicklungsamt, Postfach 730113, 13062 Berlin

Das Wohnungsamt in der Storkower Straße 113 ist nach eigener Angabe ein „reines ‚Backoffice‘“ ohne Sprechzeiten und führt auch die Mietpreisüberwachung. Wie die Mietpreisbremse bei Neuvermietung funktioniert, steht auf der Seite zur Mietpreisbremse in Berlin.

Regeln, die in ganz Berlin gelten

Diese Regeln gelten in Pankow genauso wie überall in Berlin. Der Bezirk entscheidet darüber nicht, die Details stehen auf den verlinkten Seiten.

Regel Stand
Mietpreisbremse: bei Neuvermietung höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete bis 31.12.2029
Kappungsgrenze 15 % bei Mieterhöhungen bis 10.05.2028
Mietspiegel 2026, qualifiziert nach § 558d BGB, ohne Orientierungshilfe seit 28.05.2026
Kündigungssperre nach Umwandlung: zehn Jahre Verordnung bis 30.09.2033
Genehmigung für Umwandlung (§ 250 BauGB) bis 31.12.2030
Zweckentfremdungsverbot, siehe Berlin-Leitfaden seit 01.05.2014

Der Berliner Mietspiegel 2026 ist ein qualifizierter Mietspiegel nach § 558d BGB; die Orientierungshilfe zur Spanneneinordnung und der Abschlag für Minderausstattung gehören nicht zum qualifizierten Teil. Stichtag der Daten ist der 01.09.2025; nach § 558d Abs. 2 BGB ist er nach zwei Jahren anzupassen und nach vier Jahren neu zu erstellen. Eine Gerichtsentscheidung zum Mietspiegel 2026 ist nicht bekannt (Stand 27.09.2026).

Die Wohnlage (einfach, mittel, gut) bestimmt der Mietspiegel je Adresse, nicht je Bezirk oder Ortsteil; eine belegte Aussage, welche Wohnlage in Prenzlauer Berg oder im Norden überwiegt, gibt es nicht. Prüfen Sie die Einstufung Ihrer Adresse deshalb im Straßenverzeichnis des Mietspiegels. Die Grundsteuer in Berlin ist kein Thema des Bezirks; der Hebesatz gilt für ganz Berlin.

Ämter für Eigentümer in Pankow

Fast alle Anliegen von Eigentümern landen beim Stadtentwicklungsamt Pankow in der Storkower Straße 97, 10407 Berlin. Anders als in manchen Bezirken sind Milieuschutz und Umwandlung dort nicht bei der Stadtplanung, sondern beim Fachbereich Stadterneuerung angesiedelt.

  • Allgemein: Stadtentwicklungsamt, Geschäftszimmer, Tel. 030 90295-3478, [email protected]
  • Milieuschutz, Umwandlung, Vorkaufsrecht, Ausgleichsbeträge: Fachbereich Stadterneuerung, Zimmer 511, Tel. 030 90295-3115, [email protected]
  • Genehmigungen im Sanierungsgebiet, Bebauungspläne: Fachbereich Stadtplanung, Zimmer 407, Tel. 030 90295-3556, [email protected]
  • Bauantrag, Wohnungsmängel: Fachbereich Bau- und Wohnungsaufsicht, Zimmer 604, Tel. 030 90295-3134 oder -3163, [email protected]
  • Ferienwohnung, Leerstand, Abriss: Bezirksamt, Zweckentfremdung, [email protected]

Die Fachbereiche haben Sprechzeiten am Dienstag von 9 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 15 bis 18 Uhr; das Stadtentwicklungsamt bietet an den übrigen Tagen Termine nach Vereinbarung an. Die Postanschrift lautet: Bezirksamt Pankow von Berlin, Abt. Stadtentwicklung und Bürgerdienste, Stadtentwicklungsamt, Postfach 730113, 13062 Berlin.

Nach einem Hackerangriff auf die IT des Landes Berlin meldete die Bau- und Wohnungsaufsicht, zentrale Fachverfahren seien nicht verfügbar (Stand 07.09.2026); beim Wohnungsamt laufen sie seit dem 14.09.2026 wieder. Planen Sie Anträge deshalb mit Vorlauf. Das Wohnungsamt in der Storkower Straße 113, 10407 Berlin, hat keine Sprechzeiten; Sie erreichen es per E-Mail an [email protected] oder über die Behördennummer 115.

Hausverwaltung in Pankow: worauf Eigentümer achten

Eine Verwaltung in Pankow hat andere Schwerpunkte als in Bezirken mit wenig Wohneigentum: viele mittelgroße Altbau-Eigentümergemeinschaften in Prenzlauer Berg, Genehmigungen in zehn Milieuschutzgebieten allein dort, das Sanierungsgebiet Langhansstraße mit Genehmigungspflicht schon für längere Mietverträge und im Norden kleinere Anlagen. Hakt es mit Ihrer WEG-Verwaltung, gehen Sie in dieser Reihenfolge vor:

  1. Schriftlich mit Frist anschreiben: mit der E-Mail-Vorlage für eine Rückmeldung der Verwaltung; was hilft, wenn die Hausverwaltung nicht reagiert.
  2. Beirat einschalten: Der Verwaltungsbeirat unterstützt und überwacht die Verwaltung.
  3. Unterlagen einsehen: Ihr Recht auf Einsicht in die Verwaltungsunterlagen, per E-Mail-Vorlage.
  4. Versammlung verlangen: mit der Vorlage zum Verlangen auf Einberufung oder der E-Mail-Vorlage.
  5. Verwaltung wechseln: Hausverwaltung abwählen, mit Beschlussvorlage zur Abberufung und Neubestellung.

Alle Schritte im Zusammenhang zeigt die Seite Unzufrieden mit der WEG-Verwaltung. Zahlen zu Verwalterkosten nur für den Bezirk gibt es nicht; was Verwaltung in Berlin kostet, steht bei den Kosten einer Hausverwaltung in Berlin.

A1 in der Nähe: Hauptsitz Kreuzberg und Büro Nord

A1 Asset One, Herausgeber dieses Ratgebers, hat kein Büro in Pankow. Etwa gleich weit vom Bezirk entfernt liegen zwei Standorte:

  • Hauptsitz Kreuzberg: Skalitzer Straße 34, 10999 Berlin
  • Büro Nord: Am Borsigturm 13, 13507 Berlin

Ein weiterer Standort ist das Büro West (Pestalozzistraße 78, 10627 Berlin). Wenn Sie eine Verwaltung für Ihre Eigentümergemeinschaft, Ihr Mietshaus oder Ihre vermietete Wohnung in Pankow suchen, erreichen Sie das Team über das Kontaktformular. Die Nachbarbezirke haben eigene Seiten: Eigentümer in Mitte, Eigentümer in Friedrichshain-Kreuzberg, Eigentümer in Lichtenberg und Eigentümer in Reinickendorf.

Vorlagen zum Weiterarbeiten

Kostenlos als Word-Datei, zum Drucken als PDF oder als Text.

5 Fragen, kurz beantwortet

Häufige Fragen

Welche Milieuschutzgebiete gibt es in Pankow?

14 soziale Erhaltungsgebiete: Falkplatz, Arnimplatz, Humannplatz, Ostseestraße/Grellstraße, Teutoburger Platz, Kollwitzplatz, Helmholtzplatz, Bötzowstraße, Winsstraße und Danziger Straße Ost in Prenzlauer Berg, dazu Pankow Zentrum, Pankow-Süd, Langhansstraße und Komponistenviertel. So nennen es das Bezirksamt (Stand Januar 2026) und die Straßenliste der Senatsverwaltung (Stand 21.02.2026).

Wie finde ich heraus, ob mein Haus im Milieuschutzgebiet liegt?

Suchen Sie Straße und Hausnummer in der Straßenliste der Senatsverwaltung oder auf den Karten der Gebietsseite des Bezirksamts. Bei Hauptstraßen wie der Schönhauser Allee oder der Prenzlauer Allee gehören nur einzelne Hausnummern dazu, teils zu verschiedenen Gebieten; es zählt also immer die Hausnummer.

Wo beantrage ich in Pankow die Aufteilung in Eigentumswohnungen?

Beim Fachbereich Stadterneuerung des Stadtentwicklungsamts, Storkower Straße 97, 10407 Berlin. Er ist laut Bezirksamt auch für die Umwandlungsverordnung nach § 250 BauGB zuständig. Für die Genehmigung im Milieuschutzgebiet nach § 172 Abs. 1 Satz 4 BauGB hat der Bezirk ein eigenes Antragsformular.

Gibt es in Pankow ein Sanierungsgebiet?

Ja, das Sanierungsgebiet Langhansstraße im Südwesten von Weißensee, förmlich festgelegt seit dem 25.12.2021 und auf 15 Jahre angelegt. Vorhaben, Verkauf, Belastung, Teilung und Mietverträge über mehr als ein Jahr brauchen dort eine schriftliche Genehmigung; nach Abschluss der Sanierung wird ein Ausgleichsbetrag fällig.

Gibt es ein A1-Büro in Pankow?

Nein. Etwa gleich weit entfernt liegen der Hauptsitz in Kreuzberg, Skalitzer Straße 34, 10999 Berlin, und das Büro Nord, Am Borsigturm 13, 13507 Berlin.

Quellen

Redaktion des Eigentümer-Ratgebers, A1 Asset One Gruppe: Maklertätigkeit seit 2014, Hausverwaltung seit 2019

Die Redaktion gehört zur A1 Asset One Gruppe: Maklertätigkeit seit 2014, Hausverwaltung seit 2019, Geschäftsführung und Team mit langjähriger Erfahrung in der Immobilienbranche (u. a. Matti Biskup, Dipl.-Ing.). Jeder Beitrag stützt sich auf Gesetzestexte im Wortlaut, geprüfte Gerichtsentscheidungen und amtliche Quellen; Recherche und Prüfung laufen nach festen Regeln mit KI-Unterstützung. Quellen und Rechtsstand zuletzt geprüft am 27. September 2026. So arbeiten wir

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Porträt von Lotte Grundmann, KI-Assistentin

Lotte GrundmannKI-Assistentin des Eigentümer-Ratgebers

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